Strauss 2018

Strauß meets Strauß

Marktgemeinde Parkstein begeistert mit Konzertabend der Extraklasse

Parkstein kann Klassik! Unter Beweis gestellt haben das die Gemeinde, der Heimatverein Parkstein und das Musikstudio Kuhl am Samstag bereits zum dritten Mal mit der Fortsetzung ihrer erfolgreichen Klassik-Konzertreihe für den Parksteiner Hornisten Franz Strauß.

Strauß meets Strauß. Eine musikalische Reise von Parkstein über München nach Wien“ hieß es im ausverkauften Festsaal, wo herausragende regionale Musiktalente die Besucher mit einem abwechslungsreichen Programm begeisterten. Dreh- und Angelpunkt des Abends waren dabei die vier Weltmusiker Franz Strauß, sein Sohn Richard Strauß, sowie die Wiener Walzerkönige Johann Strauß Vater und Sohn. In vier Programmabschnitten widmeten sich die Musiker ausgewählten Werken der jeweiligen Künstler, einleitend referierte Museumsleiterin Susanne Moldaschl kurzweilig über deren Leben und Vermächtnis.

Schon beim ersten Lied des Abends, dem berühmten Radetzky-Marsch gespielt von Alfons Steiner (Akkordeon), Werner Hederer (Tenorhorn), Wolfgang Fischer (Tuba) und Josef Treml (Flügelhorn), wippten die Füße des Publikums im Takt mit. Danach interpretierte die Flötistin Annemarie Bauer lebhaft den Fantasten-Walzer, aufmerksam begleitet von Karl-Heinz Kuhl am Klavier. Der Leiter der örtlichen Musikschule Kuhl übernahm nicht nur bei fast allen Stücken die Klavierbegleitung, er zeichnete sich auch für die herausragende Programmauswahl des Abends verantwortlich. Die Sopranistin Annika Krämer rundete mit „O, erstes Rende-vous“ aus der Operette „Die tolle Therese“ die Hommage an Johann Strauß Vater gekonnt ab.

Am (Oberpfälzer) Horn erfreute in Erinnerung an den Waldhornvirtuosen Franz Strauß im zweiten Abschnitt des Abends Josef Neubauer mit dem melodienreichen Nocturno Opus 7. Einfühlsam widmete sich Johanna Baumann dem Konzert Opus 8 in einer Bearbeitung für Violine. Danach erfreute Annika Krämer schon fast traditionell mit bewegender Stimme und dem feinfühligen Liebeslied „Ghasel“ die Zuhörer, welches 2015 anlässlich des 110. Todestages von Franz Strauß in Parkstein eine moderne Uraufführung erfuhr.

Es folgten vom Meister der Tondichtung Richard Strauss im dritten Programmabschnitt zunächst die Lieder "Begegnung", "Allerseelen" und "Zueignung" einfühlsam gesungen im klangvollen Sopran der Schwestern Annika und Antonia Krämer. Anspruchsvolle musikalische Kost bot im Anschluss Lars Amann an der aufwendig im Festsaal installierten Orgel. Er glänzte mit einer Darbietung des wohl bekanntesten Werkes von Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“ in einer Bearbeitung für Orgel und einer Improvisation im französischen Stil. Der Ausnahme-Organist entführte die Zuhörer in die Klangwelt der Kathedralen und erzeugte ein Hörerlebnis, welches sonst nur in großen Kirchen erlebbar ist.

Beschwingt und unterhaltsam widmete sich der letzte Teil des Konzertabends den Melodien des Walzerkönigs Johann Strauß Sohn und Operettengesängen aus "Indigo und die 40 Räuber" und "Der lustige Krieg". Zünftig wurde es mit dem Bläserensemble der Jugendblaskapelle und der „Annenpolka“. Fulminantes Finale des Abends waren zum Schluss noch einmal Annika Krämer mit "S'ist mal bei mir so Sitte" und Antonia Krämer mit "Mein Herr Marquis" aus der Operette "Die Fledermaus". Stimmgewaltig und mit passender Choreographie rissen sie das Publikum mit, welches sich mit stürmischem Beifall für die musikalische Reise von Parkstein über München nach Wien bedankte.